Trojanisches Pferd Türkei?

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 51/02 vom 18.12.2002

AUSLAND. Warum die Vorteile einer EU-Mitgliedschaft der Türkei deren Nachteile langfristig überwiegen. 

Auf dem Gipfel in Kopenhagen haben die mächtigen Vereinigten Staaten in der Türkeifrage ihre Hand offensichtlich ebenso überreizt wie das kleine Österreich mit seinen Herzensanliegen Transit und Temelín. Dass George Bush Stunden vor Gipfelbeginn noch einmal höchstpersönlich beim dänischen Ratspräsidenten auf ein fixes Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei drängte, erwies sich als ebenso kontraproduktiv wie ein in allerletzter Minute erfolgtes Schreiben von Colin Powell an Joschka Fischer. Die Entscheidung der EU, erst im Herbst 2004 über die Aufnahme konkreter Verhandlungen befinden zu wollen, geht sogar hinter den früheren französisch-deutschen Kompromissvorschlag zurück. Am Vorabend eines möglichen Irakkrieges sind die europäisch-amerikanischen Beziehungen so schlecht, dass amerikanisches Drängen in Europa zurzeit vor allem starke Gegenreaktionen


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