The Thin White Line

Kultur | MAYA MCKECHNEAY | aus FALTER 51/02 vom 18.12.2002

FILM. Das auf einer Eskimo-Sage basierende Epos "Atanarjuat" verzichtet auf Exotik, stattdessen handelt es von den elementaren Dingen des Lebens - und des Kinos. 

Wenn der Himmel blendend hell ist und die Landschaft unter ihm ein einziges lang gezogenes Schneefeld, fällt es schwer, den Horizont auszumachen. Irgendwo in der Mitte des Bildfeldes ist er schließlich als feine Linie doch noch zu sehen. Aber diese Fläche aus Weiß und Weiß besitzt keine Tiefe. Erst wenn ein Mensch in der Landschaft sichtbar wird und mit seinem Hundeschlitten zwei gerade Linien in die Weite pflügt, gewinnt das Bild eine, ja eigentlich zwei Dimensionen dazu: Erstmals wird Tiefe sichtbar, und in der Bewegung schließlich auch noch die Zeit.

  Das Film gewordene Eskimo-Märchen "Atanarjuat - Die Legende vom Schnellen Läufer" entstand als Gemeinschaftsprojekt des ersten Inuit-Filmkollektivs Igloolik Isuma Productions unter der Regie von Igloolik-Gründer Zacharias Kunuk. Der Film wirkt nur auf den ersten Blick


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