Mickey in den Städten

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 51/02 vom 18.12.2002

URBANISMUS. Die Ausstellung "site-seeing - disneyfizierung der städte?" versucht zu beweisen, dass sich Städte in Themenparks verwandeln. 

Urbanismus war eines der beherrschenden Themen des vergangenen Ausstellungsjahrs. Die Ausstellung "site-seeing" macht nun auf das Phänomen der Disneyfizierung aufmerksam. Die Kuratoren Sönke Gau und Katharina Schlieben verweisen auf die Herkunft des Begriffes aus der amerikanischen Architekturdiskussion. Dort bezeichnet er die Tatsache, dass der Disneykonzern auch als Immobilieninvestor auftritt: In Orlando/Florida baute Disney einen neuen Stadtteil, der nach dem Muster eines alten amerikanischen Städtchens geplant wurde: mit putzigen Fassaden und viel Grün um den Häusern, die sich entlang der "Mainstreet USA" aneinander reihen - unter ihnen auch heimelige Läden: Kreisler, Buchhandlung, Coffee-Shop.

  Zum anderen bezeichnet Disneyfizierung jene Entwicklung, die der am New Yorker Times Square ansässige Konzern selber vorangetrieben hat. Das

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