Engel im Teppichland

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 51/02 vom 18.12.2002

TEXTILKUNST. In einer gelungenen MAK-Ausstellung werden Orientteppiche zusammen mit zeitgenössischen Filmarbeiten präsentiert. 

Zehn Jahre nach Ende des Libanonkriegs (1975-1990) sitzen vier Damen in einem eleganten Beiruter Wohnzimmer und geben beim Kaffeekränzchen - nicht ohne schwarzen Humor - Erlebnisse aus der Zeit der Bombenangriffe zum Besten. "An mir ist einmal ein Geschoß knapp vorbei und direkt in den Teppich gesaust", erzählt die Gastgeberin und Mutter der Filmemacherin Danielle Arbid. "Zur Erinnerung habe ich ihn mit den Löchern im Wohnzimmer liegen lassen. Gott hat mich beschützt." Arbids Kurzfilm "Conversation de salon" wurde für die Ausstellung "Knoten symmetrisch-asymmetrisch" produziert. Hier werden 85 orientalische Knüpfteppiche aus der einzigartigen Sammlung des Museums für angewandte Kunst (MAK) gezeigt.

  Von Kriegsspuren oder sonstigen Schäden ist auf den ehemals kaiserlichen Prunkstücken dank Restauration fast nichts mehr zu sehen. Und die Geschichten


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