Apartheid auf Wienerisch

Stadtleben | NINA HORACZEK | aus FALTER 51/02 vom 18.12.2002

RASSISMUS. In immer mehr Wiener Lokalen dürfen Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht tanzen. Sie sind als Mieter unerwünscht, werden in der U-Bahn beschimpft und finden nur sehr schwer Jobs. Ein Gesetz, das sie vor Diskriminierung schützt, gibt es nicht.  

Geh raus!", schreit die Kellnerin im Café 100 % auf der Hernalser Hauptstraße, schon bevor Maurice Kalou1 die Tür offen hatte: "In diesem Lokal sind Schwarze nicht erlaubt." Schließlich handle die Mehrheit der Afrikaner mit Drogen.Dass der junge Ruandese ihr keine Drogen verkaufen, sondern bloß einen Kaffee trinken will, lässt sie kalt. "Wenn ich einen Schwarzen reinlass, kommen zwanzig nach", schimpft die resche Mittdreißigerin.

  Vor mehr als zwanzig Jahren herrschte in Österreich große Aufregung, weil der Musiker Harry Belafonte nach einem Konzert in Linz nicht in ein Tanzlokal gelassen wurde. Die Begründung: Kein Eintritt für Schwarze. Seit der frühere LASK-Fußballer Cheikh Sidy Ba 1997 in der Linzer Disco "Fun"


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