VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

... wurde die Initiative "Lebenswertes Tullnerfeld" vorgestellt.

1979 gab die NEWAG und die Verbundgesellschaft den Bauunternehmern Universale und Porr den Auftrag zur Errichtung eines Kohlekraftwerkes im Tullnerfeld. Gegen das Argument der Schadstoffentwicklung wandten die Auftraggeber ein, das Kraftwerk werde mit Kohle mit niedrigem Schwefelgehalt (0,6-0,8 %) betrieben. Bei Lieferungsschwierigkeiten Polens wäre allerdings amerikanische Kohle mit einem Schwefelgehalt von 3,5 Prozent der Ersatz. Die geplante Entschwefelungsanlage entspricht nicht den ökologischen Anforderungen. Die Initiative "Lebenswertes Tullnerfeld" kämpft um Durchsetzung einer Entschwefelung um über neunzig Prozent.

  Nach dem Rückzug der Berufung durch die Gemeinde Wien sind die Anrainer des Kohlekraftwerkes Dürnrohr im Tullnerfeld gezwungen, alleine die rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.

  Da für das Kohlekraftwerk aufgrund der Berufungen von Anrainern, Ärzten und Gemeinden keine gültige Baubewilligung vorliegt, haben Anrainer in ihrer Berufung einen Baustopp verlangt.

  Die Anwälte der Anrainer deponierten eindeutig, dass sie nicht gegen den Bau des Kraftwerkes an sich seien, sondern nur alle rechtlichen Möglichkeiten - und zu diesen zählt auch die begründete Forderung nach einem Baustopp - ausschöpfen müssen, da die Betreiber bisher außer Versprechungen und der Öffentlichkeit nicht zugängigen "Briefen" keinerlei Verbesserungen garantieren wollen.

  Da die Anrainer gegenüber der übermächtigen Kraftwerkslobby, die politisch voll gestützt wird, in ihren Rechten auf Schutz vor Belastungen durch das Kohlekraftwerk Dürnrohr trotz großer Anstrengungen aufs Schwerste behindert werden, bedarf es solcher Maßnahmen, um eine Verbesserung der Entschwefelung durchsetzen zu können. Daher wollen die Anrainer diesen Rechtsweg voll ausschöpfen.


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