Jenseits von Afrika

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

EINWANDERER. Zuhause waren sie Bauern oder Studenten. Dann ließen sie sich in Container verfrachten und zahlten Unsummen für die Fahrt ins Paradies. Nun leben hundert Afrikaner als Bettgeher in einem Massenquartier und werden mitunter sogar von Polizisten zum Drogenhandel angestiftet.

Diesmal wurde Mike aufs Kreuz gelegt. Er hätte es sich denken können. 81.000 Euro, mehr als eine Million Schilling, hatte der Besitzer des Nachtklubs vor ihm auf den Tisch geblättert. "Besorg mir Stoff. Braunes und Weißes", flüsterte er.

  Mike ist erst seit wenigen Wochen in Österreich und hatte noch keine Berührung mit der Polizei. Nach eigenen Angaben ist er Doktor der Ernährungswissenschaften, der vor ein paar Wochen per Schiff aus Ghana nach Europa kam. Er kannte nur ein paar "Brüder" aus Afrika. Es waren die falschen Freunde. Sie nannten sich "Dr. John" und "Paki", logierten am Reumannplatz. Als Drogenbote nahm er von ihnen eine Kugel Heroin, verbarg sie in der Unterhose und gab sie dem Zuhälter


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