"Ich war immer goschert"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

STRAFJUSTIZ. Das Jugendgericht sperrt zu und Udo Jesionek geht in Pension. Im "Falter" spricht der gelernte Werkzeugmacher und Jugendgerichtspräsident über seine Zeit als Heimkind, den Muff unter Talaren, lernfaule Höchstrichter, warum Menschen in Haft "kaputt gemacht" werden und über seine mögliche Zukunft als Justizminister. 

Udo Jesionek packt seine Sachen in große Kartons. Seit Jahresbeginn ist er nicht mehr der Präsident des Jugendgerichtshofes. Er trat nach 41 Jahren im Dienste der Justiz in den Ruhestand. Geht es nach Justizminister Dieter Böhmdorfer, soll auch der Jugendgerichtshof in der Rüdengasse zusperren und ins "Graue Haus", dem Gefängnis für Erwachsene, übersiedeln.

  Jesionek, 65, hat nicht nur gegen diese Maßnahme protestiert. Er verstand "sein Gericht" nicht nur als Abschreckungsmaschine, sondern vor allem auch als Einrichtung, die sich um sozial verwahrloste Jugendliche annahm. Jesionek, einst selbst ein Heimkind, war auch kein gewöhnlicher Strafrichter.


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