Schwarzer Peter

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

VERHANDLUNGEN. Die ÖVP hat noch immer keinen Partner und kokettiert mit einer Minderheitsregierung. Reine Taktik oder eine reizvolle Alternative?

Die jubelnden Arbeiter waren schon weg, als kurz vor Mitternacht noch ein Mann Ende vierzig in die Parteizentrale in der Wiener Löwelstraße huschte. Oben, im zweiten Stock, wartete Bruno Kreisky schon auf Friedrich Peter. Der Sozialist aus jüdischer Familie bot dem Freiheitlichen mit SS-Vergangenheit einen politischen Handel an: Die FPÖ sollte eine rote Minderheitsregierung stützen, dafür würde die SPÖ das Wahlrecht zugunsten der Kleinpartei ändern. Denn am Wahlabend des 1. März 1970 war es, nachdem sich Kreisky die relative Mehrheit geholt hatte, plötzlich erstmals in der Zweiten Republik möglich, ohne die ÖVP zu regieren.

  Am 21. April wurde Kreisky als Bundeskanzler angelobt.

  "Was Kreisky erlaubt war, wird bei Schüssel nicht unerlaubt sein", sagte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer schon vor der Wahl vor eineinhalb


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