EMINEM-FILM "8 MILE": Sein Name ist Hase

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

Es ist verlockend, "8 Mile", Eminems ersten Spielfilm, als Biopic zu lesen - als fiktionalisierte, filmische Biografie, die versucht, eine omnipräsente, aber dennoch schwer greifbare Persönlichkeit zu psychologisieren und ein Phänomen zu historisieren. In ihrer gelungensten Form kokettieren Biopics immer mit der Lüge - gerade wenn sie von Figuren der Populärkultur handeln, erzählen sie weniger von Individuen als von Begehrlichkeiten, die sich in Bildern, Chiffren und Posen verdichten. Angesichts der Künstlichkeit, die selbst den "authentischsten" Äußerungen zugrunde liegt, kommen hysterische Überzeichnung, hyperrealistische Verfremdung und Camp (beispielsweise in den Filmen von "Velvet Goldmine"-Regisseur Todd Haynes) "der Wahrheit" oft näher als simple Charakterpsychologie und bemühter Milieurealismus.

  "8 Mile" steht sichtlich unentschlossen zwischen diesen beiden Polen (wiewohl er sich letztendlich mit ganzer Wucht Richtung Sozialkitsch wirft). Der Titel bezeichnet übrigens


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