Joes letzte Worte

Kultur | ROBERT ROTIFER / London | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

LONDON SOUND FILES. Die britische Popwelt erwacht verarmt aus dem Feiertagsschlummer: Jarvis Cocker wandert aus, und Joe Strummer gibt den Löffel ab. 

Ein schwer bewaffneter Geiselnehmer im Bezirk Hackney, Leichenteile in den Müllsäcken von Camden Town, der verregnetste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, Angst vor einer Nervengasattacke auf die Northern Line und die von düsteren Vorahnungen geprägte Neujahrsrede eines immer manischer anmutenden Premierministers, der auf Biegen oder Brechen Krieg will: Irgendwie passte es gut, dass der Trafalgar Square die Feierwilligen diesen Silvester als abgesperrte Großbaustelle empfing. Gut beratene Londoner blieben gleich zu Hause und sahen sich den möglicherweise letzten Fernsehauftritt der in Richtung freiwilliger Frühpension abtanzenden Pulp an - fraglos immer noch die attraktivere Alternative zum Silvesterstadl -, aber gerade ein Song wie "Babies" verriet in seiner routinierten Lustlosigkeit der Darbietung sein dem Titel


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