Blasse, böse Briten

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

FILM. Mit dem vierstündigen Musical-Epos "Lagaan - Es war einmal in Indien" schickt sich Bollywood an, nun auch den Westen zu erobern. 

Man sollte meinen, in einem Land wie Indien, in dem ein paar Dutzend Sprachen und Hunderte von Dialekten gesprochen werden, hat es die Filmindustrie nicht eben leicht. Das Gegenteil ist der Fall: "Bollywood", Indiens Musicalfilmindustrie, lässt mit einem Jahresoutput zwischen 800 und 1000 Titeln sogar Hollywood weit hinter sich. Das funktioniert, weil die Dialoge ohnedies sekundär sind, Bedeutung vor allem durch hochexpressive, an den Stummfilm gemahnende Gesten und Blicke produziert wird, durch stimmungsvolle Licht- und Farbwechsel oder energetische Musik- und Tanzeinlagen.

  Doch bislang verblieb die Begeisterung innerhalb der Landesgrenzen. Allenfalls dort, wo es einen hohen Anteil an indischen Immigranten gibt - in den USA oder Großbritannien - erreichte Bollywood eine gewisse Popularität und fand Eingang in die Popkultur: Fatboy Slim sampelte


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