Ein Abglanz der Ewigkeit

Kultur | PETER NAU | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

FILM. Das Filmmuseum zeigt das Gesamtwerk des italienischen Regisseurs Michelangelo Antonioni, der in den Sechzigern schnell zum Klassiker wurde und dem Kino die Zeit zurückgab. Erinnerungen an eine Liebe. 

Michelangelo Antonioni, 1912 geboren, wurde erst spät berühmt. Für einige war das ein Glück, so für uns, lernten wir ihn doch Anfang der Sechzigerjahre sogleich mit den Meisterwerken kennen, die seine mittlere Schaffensperiode ausmachen. Lange hatte Antonioni im Schatten des jüngeren Fellini (Jahrgang 1921) gestanden, dann aber war er auf einen Schlag ganz groß in Mode. Ich erinnere mich noch, zu jener Zeit, als sein Stern aufgegangen war, einmal etwas Lobendes über Fellini gesagt zu haben, und dass die Freundin mich daraufhin wütend attackierte. Dabei liebte ich Antonioni ja auch. Und wie!

  1960, als "Il grido" (1957) bei uns herauskam, geschah es. Ich war erschüttert. Ich litt mit dem schwermütigen, von Steve Cochran gespielten Arbeiter, der mit seinem Töchterchen von


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