Stadtrand: Gleich Geld verbrennen!

Stadtleben | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

Na? Die Knallfrosch-, -erbsen- und Knallkörperangriffe rund um den Jahreswechsel gut überstanden? So schlecht kann es den Leuten hierzulande gar nicht gehen, dass zu Silvester nicht ordentlich herumgeballert würde. Und hundert Mal Big Bang für gerade sieben Euro ist schließlich auch verlockend. Da heißt es doppelt zugreifen in der Feuerwerks-boutique. In der Innenstadt beschlagnahmte die Polizei angeblich tonnenweise Feuerwerkskörper (dass man es mit Sektflaschen auch ordentlich krachen lassen kann, bewiesen 650.000 Teilnehmer des Silvesterpfades). Während Hobbyfeuerwerker am Stephansplatz immerhin noch den Mitternachtshimmel anpeilten, nahmen Zündelfreaks in den äußeren Bezirken traditionell lieber gleich gegenüberliegende Hausfassaden unter Beschuss. Edelstes Feuerwerk wurde da direkt in Mauern vis-à-vis geschossen, Mistkübel und Biotonnen regelrecht gesprengt. Und ganz Bequeme warfen Böller und Kanonenschläge gleich aus dem Fenster auf die Straße. Das Geld zum Fenster rauswerfen, im Prinzip. Wieso kommt eigentlich nie jemand auf die Idee, dass bloßes Geldschein-verbrennen zum Jahreswechsel hip ist? Überall kleine Rauchwölkchen und teure Euroasche hätte doch fast denselben Effekt. Ganz ohne Big Bang. C. W.


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