Wok-Marok

Stadtleben | THOMAS PRLIC | aus FALTER 02/03 vom 08.01.2003

SHOP. Bei Moh-Maroc gibts neben Kunsthandwerk auch vielseitige Lehmkochtöpfe: die Tagines.

Kaum jemand würde heute noch in einem Asia-Laden fragen, was ein Wok ist. Bei ihrem marokkanischen Kochgeschirr haben Moh el Hamdaoui und Andrea Schneider noch mit einem beträchtlichen Informationsdefizit seitens der Kundschaft zu kämpfen. "Bewahrt man darin Brot auf", fragen viele, wenn sie die archaischen Kochtöpfe im Moh-Maroc zum ersten Mal sehen.

"Ich finde es schön, die Kultur eines Landes über die kulinarische Seite zu vermitteln", sagt Schneider. Im Geschäft gibts zwar auch marokkanisches Kunsthandwerk, Gläser, Lampen, Teppiche und Lederhocker, das Hauptprodukt ist aber der Tagine (sprich: Daschin), der so etwas wie das marokkanische Pendant zum Wok ist.

In dem aus naturbelassenem Lehm und Quarzsand hergestellten Topf wird heute noch auf traditionelle Weise gekocht. Im Prinzip garen im Tagine die Speisen auf kleiner Flamme langsam in Dampf, dabei bleiben natürliche Aromen und Vitamine besonders gut erhalten. Mit dem Topf lassen sich Fleisch, Fisch oder Gemüse, vor allem aber Eintöpfe aller Art zubereiten, ohne viel würzen zu müssen. "Es schmeckt eigentlich alles, da gibts kein Risiko", meint Moh el Hamdaoui, der im Tagine (um 50 Euro) auch schon Spiegeleier gebraten und Brot gebacken hat.

Traditionell werden die Tagines - auch die darin zubereiteten Speisen heißen so - mit eigenen Steinkohle-Stövchen verwendet. Sie funktionieren aber auch problemlos auf E- oder Gasherden. Den richtigen Umgang demonstrieren el Hamdaoui und Schneider bei unregelmäßig stattfindenden Kochvorführungen im Geschäft. Dann werden Tee, Kichererbsen und Datteln kredenzt, und das Publikum darf die marokkanischen Gerichte auch gleich ganz traditionell verkosten - mit Fladenbrot direkt aus dem Kochtopf.

Moh-Maroc, 7., Neubaug. 84, Mo-Fr 11-19, Sa 11-15 Uhr, Tel. 0699/184 77 36, www.moh.at


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