Chance und Risiko

Vorwort | MARKUS MARTERBAUER | aus FALTER 03/03 vom 15.01.2003

EUROPA. Der politische Erfolg der Erweiterung der EU ist klar, der ökonomische bleibt fraglich. 

Beim Europäischen Rat in Kopenhagen hat die EU im Dezember die Erweiterung um zehn Länder mit Mai 2004 beschlossen. Dies stellt einen enormen politischen Erfolg dar. Die jahrzehntelange Teilung Europas wird überwunden, und die EU könnte, gestärkt durch neue Mitglieder, in der Weltpolitik eine eigenständigere Rolle gegenüber dem Hegemon USA spielen. Der wirtschaftliche Erfolg der Erweiterung hingegen ist keineswegs gesichert. Zwei gegensätzliche Szenarien erscheinen grundsätzlich möglich: Entweder holen die Transformationsländer wirtschaftlich rasch auf und genießen soziale Stabilität, wovon auch die derzeitigen EU-Länder profitieren. Oder aber die Beitrittsländer leiden an schwachem Wirtschaftswachstum, bei anhaltend hoher Arbeitslosigkeit und steigender Abhängigkeit von Transfers aus den EU-Töpfen.

Die derzeit erfolgenden Weichenstellungen deuten auf das zweite Szenario hin.


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