GRAZTHEATER: Mit den besten Absichten

Extra | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 03/03 vom 15.01.2003

Je besser die Absichten, desto schlechter die Kunst: Auf diese alte Faustregel lässt sich die erste Theaterpremiere des Kulturhauptstadtjahres 2003 bringen. Der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell, der seit Jahrzehnten mehr als die Hälfte des Jahres in Mosambik verbringt, hatte für Graz ein Stück über das Schicksal zweier afrikanischer Immigrantinnen in Europa geschrieben - die Absichten waren also sehr gut.

  Das Stück ist ein Stationendrama in 21 kurzen Szenen und heißt "Butterfly Blues", weil eine der beiden Afrikanerinnen anstelle eines Passes einen blauen Schmetterling bei sich trägt: "Es ist ein Teil meines Herzens, der meinen Körper verlassen hat. Mein Herz schickt blaue Schmetterlinge aus, die für mich einen Platz suchen, wo ich bleiben kann, wo ich willkommen bin." Wenn sich der Text nicht zu poetischen Bildern wie diesem versteigt, verhandelt er sein Thema auf konsequent schlichte Weise: Die weißen Männer, denen die schwarzen Frauen auf ihrer Odyssee durch


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