FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 03/03 vom 15.01.2003

Wer nach den letzten Sendungen noch glaubt, dass bei "Deutschland sucht den Superstar" und "Starmania" das Schicksal aus Durchschnittsteenagern Möchtegernstars macht, ist naiv oder hormongeschüttelte 13. Unglaublich, mit welcher bösen, aber effektiven Strategie die Charaktere von den Unterhaltungsmenschen aufgebaut, gehypt und vernichtet werden, damit der monatelangen Show nicht die Luft ausgeht. Zuerst gibt jeweils ein Sensibelchen freiwillig auf ("ich bin diesem Druck nicht gewachsen"), dann fliegen die Favoriten aus dem Rennen - bei RTL der schicke Daniel Lopez, der als der Publikumsliebling galt, im ORF die blonde Vera mit Britney-Potenzial, von News gehypt. Und jetzt dürften nach dieser Spiellogik die zuvor bejubelten Freakdarsteller (ORF: Niddel, Typ alternde Clownfrau, RTL: Daniel K., der putzig-bayrische Hysteriker) auf der Abschussliste stehen. In einem Punkt ist der ORF den Deutschen allerdings überlegen: dieses herrlich fiese "Friendshipticket", mit dem die Kandidaten unliebsame Konkurrenten elegant loswerden und dabei genauso verlogen sein können wie ihre Sendungsmacher. Bloß, dass sich die Sternchen dabei patscherter anstellen.


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