Kommentar

Graz 2003: Die Quadratur der Blase

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 03/03 vom 15.01.2003

Die Kulturhauptstadt Graz 2003 hat ein klotzförmiges Logo: Die Zahlen Null und Drei sind als Rechtecke designt. Daher ist auch jene Heißluftblase, die dem Veranstaltungsjahr am Grazer Himmel als schwebendes Aushängeschild dient, eckig: eine geradezu erholsame geometrische Geradlinigkeit in einer Stadt, die derzeit von einer aufdringlichen Blasen-, Biomorph- und Fluidästhetik verklebt ist, als hätte eine Masse von Aliens die Stadt zur Reproduktionsstätte erkoren.

Wer am Bahnhof ankommt, wird in der Eingangshalle von Peter Koglers Gebilden empfangen, die die Wände der Eingangshalle überziehen. Passend zur Sci-Fi-Metaphorik dieser Ästhetik nennen Peter Cook und Colin Fournier das von ihnen gestaltete Kunsthaus Graz ein "friendly alien". Laut Pressetext soll hier in naher Zukunft "wie eine Luftblase die bläuchlich schimmernde Hülle über dem gläsernen Erdgeschoß schweben". Der Blick auf das Stahlgerippe verheißt nichts Gutes. Zu befürchten ist, dass die von den Meistern der "Blob-Architektur"


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