STREIFENWEISE

Kultur | MAYA MCKECHNEAY | aus FALTER 03/03 vom 15.01.2003

Leise und behutsam formuliert es schon der Titel von Marie Kreutzers neuem, halbstündigem Kurzfilm. "Un Peu Beaucoup" bedeutet auf Deutsch "ein bisschen viel".Vorerst ist die Jungmädchenwelt der 16-jährigen Melanie, die irgendwann in den Siebzigerjahren irgendwo auf dem Lande lebt, freilich recht überschaubar: Platten hören, Zimtsterne backen mit der besten Freundin, Origami falzen und zwischendurch immer wieder träumen. Das erste Verliebtsein wächst ihr allerdings über den Kopf, wird für sie mehr als nur "ein bisschen viel": Stoff für ein großes Drama, eine Moritat. Doch wie schon in ihrer letzten Kinoarbeit, "Cappy Leit", deutet Regisseurin Kreutzer (Jahrgang 1977) lieber an, als auszuführen, und gibt ihrer wunderbaren Hauptdarstellerin Pauline Reiner viel Raum für Blicke und Gesten: ein kurzes Erröten, das Haar hinters Ohr streichen und am Ende nur ein kleiner Fingerdruck, der über Leben und Tod entscheidet.

  Eine zweite junge Regisseurin, Anja Salomonowitz, ein ganz


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