Gesammeltes Leben

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 03/03 vom 15.01.2003

NEUER SHOP. Zwei Brüder verkaufen den Nachlass ihres sammelwütigen Onkels.

Robert Johnston war ein Messy mit Ordnungssinn. Einer, der nichts wegwirft, der sammelt und ordnet. Mit der Army kam der Amerikaner 1945 nach Wien, lernte hier seine Frau kennen, blieb, lebte erst in Mariahilf, dann im 18. Bezirk und sammelte. Vor allem klassische Musik in Form von Schallplatten und CDs. Aber auch Hotelrechnungen, Zeitungsausschnitte, Fahrscheine, Fotos, Zahnpastatuben oder dekorative Designgegenstände. Vor genau einem Jahr ist der Mann im Alter von 85 Jahren gestorben. Den kompletten Nachlass Robert Johnstons präsentieren jetzt seine beiden Neffen Markus und Matthias Widter in einem Geschäft in der Gumpendorfer Straße.

Installationen aus Old-Spice-Flaschen, gerollten Socken, Plattencovern und Konzertplakaten in den Schaufenstern; innen große Reisekoffer, original Eames-Sessel, ein Kleiderständer mit einer Army-Uniform, laute klassische Musik und Regale voller Bücher, Aktenordner, Platten

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