DOLM DER WOCHE: Herr Strudl

Politik | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

Der gemütliche "Herr Strudl", der beleibte Österreicher, der in der Krone immer seine klugen Sprücherl zum Besten gibt, sagte kürzlich: "Der Drogenhandel ist fest in Händen der Schwarzafrikaner. Und wanns rassistisch ist, darauf hinzuweisen, dann bin i halt Rassist." Die Staatsanwaltschaft denkt ähnlich. Auch sie sprach davon, dass der Drogenhandel "von illegal eingereisten Afrikanern dominiert wird". Deshalb müsse man "drastische Strafen" verhängen. Nun zu den Facts: Laut Kriminalstatistik wurden 2001 insgesamt 21.862 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz verfasst (viele Personen haben übrigens mehrere Anzeigen bekommen). 3955 Anzeigen (rund 19 Prozent) betrafen Fremde. Unter ihnen sind Türken, Serben, Deutsche und Bosnier am schlimmsten. Nur rund vier Prozent der Drogendelikte (702 Anzeigen) wurden von Afrikanern gesetzt. Auch das ist zu viel. Aber kein Grund, zum bekennenden Rassisten zu werden.


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