Auf zur Schlachtbank!

Politik | GERALD JOHN, EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

REGIERUNGSVERHANDLUNGEN. So viel Reformfreude gabs noch nie: Alle Parteien geloben, die heiligen Kühe des Landes zu schlachten. Welche schon längst zum Fleischhauer sollten. 

Endlich werden sie geschlachtet. Eine nach der anderen. Behaupten zumindest ihre Hirten, die sie jahrelang gemästet haben, bis sie alt und fett wurden: die heiligen Kühe der Republik. Viele sind nur mehr nutzlose Rindviecher, trotzdem waren sie unantastbar wie die angebeteten Artgenossen in Indien. Das wollen alle Parteien nun endlich ändern: Bei den Sondierungsgesprächen (siehe Kasten) übertreffen sich die Verhandler gegenseitig mit mutigen Reformversprechen - deren Verwirklichung freilich meist der Klientel des Konkurrenten weh tun würde. Dabei hält sich jede Partei heilige Kühe im Stall. Viele davon gehören zumindest ordentlich gemolken. Oder gleich auf die Schlachtbank.

Riesen-Renten Diese Kuh muht besonders laut, wenn ihr jemand ans Schulterscherzl will. Zu Unrecht. Schließlich nimmt sich der Staat


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