Rettet den Pazifismus!

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

IRAK-KRISE.. Was spricht gegen Krieg? Sicher nicht die Argumente der Peaceniks. Wie eine große Tradition der Geistesgeschichte ruiniert wurde und warum die Stimmen gegen einen Irak-Krieg immer dünner werden. 

Die Bedrückung äußert sich eher als dumpfes Unbehagen denn als artikulierte Kritik. Sie kommt in den Umfragen zum Ausdruck, die, zwischen London und Paris, zwischen Berlin und Wien, allesamt gereizte Stimmung hinsichtlich eines Krieges zum Sturz Saddam Husseins nachweisen. Und sie fühlt sich an wie ein Phantomschmerz, der einen, mehr unbewusst als bewusst spüren lässt, dass etwas fehlt. In diesem Fall: ein realistischer Pazifismus, ein über seine eigenen Aporien aufgeklärter Antimilitarismus.

  Im Grunde erweist sich erst jetzt, wie sehr Positionen, die in den Achtzigerjahren noch fast mehrheitsfähig waren, den Boden unter den Füßen verloren haben. Schließlich gibt es diesmal nicht nur Grund zu düsterer Skepsis, sondern auch gute Argumente gegen einen Krieg. Die unkalkulierbaren


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