FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

Abgeklärte Mittdreißiger, die sich in kleine Buben verwandeln und ihre Spatzi-Längen miteinander vergleichen, also schauen, welcher ihrer Favoriten beim Bryan-Adams-Hadern-Singen am besten rüberkommt. Coole Karrierefrauen, die wöchentlich "Starmania"-Partys veranstalten und sich nicht zu blöd sind, peinliche Beiträge auf der Show-Homepage zu posten. "Starmania" sorgt nicht nur für Hormonstaus bei Teenagern und für volle Kassen beim ORF, auch viele an sich gescheite und kultivierte Stadtmenschen kippen voll auf die ethisch und intellektuell fragwürdige Castingshow rein, die von der Naivität, dem Mangel an Schamgefühl und dem Scheitern junger Menschen lebt. Gut, wir Schlauen verkaufen unser Faible für die Reality-Soap zwar mit eleganteren Argumenten als "Andi ist süß" - wir diskutieren die perfide Spielstrategie der Showmacher oder diese ganze Skikursfeeling-Verlogenheit der erfolgsgierigen Kandidaten - aber unterm Strich amüsieren wir uns einfach gut. Fein, dass im Februar alles vorbei ist - und man sich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen muss, ob die verhaltensauffällige Clownfrau Niddl, offiziell 26, nicht schon in Wahrheit 36 ist.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige