Kommentar: Das Phantom der Oper

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

Wien 2003: Dezent hält sich die selbst ernannte "Welthauptstadt der Musik" zurück, um Graz 2003 nicht die Show zu stehlen: Während die offiziell ernannte "Kulturhauptstadt Europas" zum Auftakt ihres Jubeljahres mit der Eröffnung einer neuen Bühne, der ebenso zeitgemäßen wie exzellenten Helmut-List-Halle, und der aufsehenerregenden Uraufführung von Beat Furrers "Begehren" international glänzte (siehe Falter 03/03), herrscht in den Häusern der Hauptstadt selbstzufriedene Stagnation - wenn auch auf hohem Niveau.

Die Volksoper etwa wird sich im Februar mit Luigi Dallapiccolas "Il Prigioniero" wieder mal ins frühe 20. Jahrhundert vorwagen, und wers mag, bekommt im Mai an der Staatsoper einen neuen "Tristan"; die Wiener Festwochen halten immerhin eine Uraufführung (Wolfgang Mitterers "Massacre") und ein aufwendiges Großkaliber der Gegenwart (Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern") parat - und konzentrieren sich ansonsten aufs Schauspiel (sieben Opernproduktionen stehen


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