Neue Karten für die Welt

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

KUNST. Migration mit tödlichem Ausgang, moderne Sklaverei mitten in Europa, zeitreisende Haushälterinnen: Die Ausstellung "Geografie und die Politik der Mobilität" präsentiert Projekte von Kollektiven, die mit journalistischer Recherche und wissenschaftlicher Methodik Auswirkungen der Globalisierung erforschen. 

Am Weihnachtsabend 1996 ereignete sich nahe der sizilianischen Küste eines der größten Schiffsunglücke, die im Mittelmeer der Nachkriegszeit passierten: Als ein griechisches Schiff den Großteil der 400 an Bord befindlichen Flüchtlinge auf ein Fischerboot lud, kam es zu einem Fehlmanöver, das 283 Männern das Leben kostete. Obwohl die nach Griechenland zurückgekehrten Überlebenden die Behörden informierten und auch die sizilianischen Fischer Funde von Leichenteilen in ihren Netzen meldeten, ignorierten die zuständigen Stellen die Tragödie über fünf Jahre lang. Erst die in Plastik verschweißte Identitätskarte eines 17-jährigen Tamilen, die ein Fischer an die


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