AUFGEBLÄTTERT

Kultur | THOMAS ASKAN VIERICH | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

Seit es Ehen gibt, werden sie gebrochen und wird darüber geschrieben. Also ist es nicht ganz unriskant, the same old story noch einmal neu zu erzählen. Doja Hacker versucht das im Nachfolger ihres Überraschungserfolgs "Nach Ansicht meiner Schwester". Sie schlüpft in die Haut des sechzigjährigen Ehebrechers, der sich mit einer 35-jährigen Künstlerin einlässt. Die soll ein bisschen frischen Wind in sein routiniertes Dasein als Kaufmann und Familienvater bringen. Das gelingt ihr so gut, dass am Ende das behütete Dasein des Protagonisten in Scherben liegt. Hacker dekonstruiert ihren männlichen Protagonisten gnadenlos, nachdem sie am Anfang durchaus mit viel Sympathie die Dinge aus seiner Sicht geschildert hat. Die Originalität von Hackers spritzigem Debüt erreicht dieser ansonsten recht unterhaltsame Roman allerdings nicht ganz.

  Was die 42-jährige Doja Hacker mit Leichtigkeit und sanfter Ironie versucht, gelingt dem 61-jährigen Niederländer Jeroen Brouwers mit Besessenheit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige