Unter Journalisten

Kultur | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

THEATER. Zähes Stück, spannendes Thema: Die Josefstadt zeigt Schnitzlers Komödie "Fink und Fliederbusch" über charakterlose Journalisten. 

Am 13. Dezember 1917 notierte Arthur Schnitzler in sein Tagebuch: "Doch dass ich - schon durch das ewige Gekläff des Antisemitengesindels - seit der Erfindung der Buchdruckerkunst der am meisten beschimpfte Dichter deutscher Sprache bin, halte ich für zweifellos." Seine "Komödie unter Journalisten", "Fink und Fliederbusch", war eben bei der Uraufführung durchgefallen, die Kritiker hatten die Satire über gesinnungslose Zeitungsschreiber verrissen - weil sie sich in den dargestellten Charakteren wieder erkannten.

  Aber auch, weil Schnitzlers Verwechslungskomödie langatmig und vorhersehbar ist. Heute, 85 Jahre später, mehr noch als damals, wie die Inszenierung von Jürgen Kaizik beweist, die vergangenen Donnerstag in der Josefstadt Premiere hatte. Ein witziger Hauptdarsteller (Michael Dangl), ein routiniertes Ensemble (allen voran: Alexander


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