Ernstfall Elektra

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

TANZTHEATER. Choreograph Joachim Schlömer weiß nicht, ob er Hofmannsthals "Elektra" im Kasino als Witz oder als Sprachoper inszenieren soll. 

Das französische Allroundgenie Antonin Artaud ist für viele der Ernstfall: Generationen von Theatermachern haben sich an seinem radikalen Manifest "Theater der Grausamkeit" abgearbeitet - und sind wie Artaud selbst daran gescheitert. Vor gut einem Jahr allerdings überraschte Joachim Schlömer mit seiner Artaud-Collage "Nervenwaage" im Kasino am Schwarzenbergplatz - indem er Artaud witzig nahm. Gerade dadurch gelang dem Choreographen, der an der Folkwangschule in Essen Tanz studiert und Compagnien an den Theatern in Ulm, Weimar und Basel geleitet hat, ein spannendes Körpertheater.

  Schlömer, Jahrgang 1962, wurde zur Hoffnung des Kasinos, das so gerne ein "Labor" wäre, obwohl die meisten seiner theatralischen Versuche bloß Opas Theater rekonstruieren. Als Schlömer letzten Sommer bei den Salzburger Festspielen eine Minischau mit zwei Arbeiten


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