Reicher als die Weltbank

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

FILM. Das Filmmuseum ehrt den senegalesischen Regisseur Djibril Diop Mambèty mit einer kompletten Werkschau. 

Die alte Dame heißt Linguère Ramatou. Sehnsüchtig erwarten die Einwohner von Colobane, einer heruntergekommenen, trostlosen Stadt, ihre Ankunft. Vor vielen Jahren wurde sie, ein junges Mädchen noch, vergewaltigt; nun kehrt Ramatou, von der man sagt, dass sie "reicher als die Weltbank" sei, in ihre Heimatstadt zurück, um sich an denen zu rächen, die sie einst zur Hure machten.

  "Hyènes", 1992 nach Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" entstanden, war der zweite und letzte Spielfilm, den Djibril Diop Mambéty gedreht hat. Der senegalesische Regisseur starb, keine 53 Jahre alt, 1998 an Lungenkrebs. Aber so schmal sein Ruvre geblieben ist, so deutlich heben sich die beiden Lang- und sieben Kurzfilme auch vom "unauffälligen Realismus" der meisten anderen afrikanischen Filmemacher ab.

  Mit einer Verachtung, die sich nur große Cinéasten leisten, handeln seine Arbeiten


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