Sideorders: Große Biere

Stadtleben | aus FALTER 04/03 vom 22.01.2003

Brauereien haben jede Menge Geld, echt. Vielleicht auch deshalb, weil sie es konservativ anlegen, zumindest in Sachen Gastronomie: Unter Lokalen, die einen hohen Bierausstoß garantieren, verstand man bisher nämlich immer solche, die mit Frühschoppenatmo ein in erster Linie männliches, nur mäßig urbanes Publikum ansprachen. Das änderte sich in letzter Zeit ein bisschen.

Grünspan, 16., Ottakringer Str. 266, Tel. 480 57 30-20, tägl. 11-0.30 Uhr.

Das gewaltige Projekt der Ottakringer Brauerei mit Mario Plachutta: Der Ottakringer Volksheurige wurde zum Bierlokal, ebenfalls von gigantischen Ausmaßen, umgebaut. Plachutta sorgte für eine interessante Speisekarte, auf der erstmals in der Wiener Biergastronomie Qualität mindestens so wichtig ist wie Quantität.

Bieronymus, 16., Thaliastr. 125a, Tel. 494 77 77, Mo-Fr 11-1, Sa, So 15-24 Uhr.

Brückenkopf der Brau Union im Ottakringer Kernland. Leider nicht besonders überzeugend, denn hier werden alte Bierklischees bemüht, dass es nur so eine Freude ist, die Speisekarte ist wenig originell, die Anmutung die einer Skihütte.

Fidel, 1., Blumenstockg. 5, Tel. 513 87 57, tägl. 9-2 Uhr.

Noch einmal Brau Union, leider mit einem noch größeren Flop: Nachdem wilde Anrainerproteste den Konzern bewogen, ihre Edelweißalm im Franziskanerviertel nicht zu realisieren, nahm man das Konzept eines deutschen Systemgastronomen: Pseudo-Kuba mit jeder Menge Klischees und Disney-World-Authentizität. Zum Heulen.

Brauhaus Schwechat, Mautner-Markhof-Str. 11, 2320 Schwechat, Tel. 706 86 06, tägl. 11-24 Uhr.

Machte im Herbst 2001 auf, immerhin mitten im Braugelände gelegen, macht ein bisschen auf modern und Design. Küchenmäßig verließ man sich aber doch lieber auf Gehabtes.


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