PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 05/03 vom 29.01.2003

Was ein anständiger Kummerl ist, bestimmt in Österreich die Kronen Zeitung. Auf der Leserbriefseite zum Beispiel kommen die Grünen normalerweise fast ausschließlich als "Maoisten" oder "Kryptokommunisten im Jagdrock" vor, oder man hält sie für unterwandert von "Trotzkisten, ohne dass sie das Format Trotzkis nur annähernd hätten". Auf einmal ist der Grazer KP-Vorsitzende Ernst Kaltenegger, der sich bei der Gemeinderatswahl am Sonntag jede fünfte Stimme holte, für die Krone aber "der Mann des Tages". Weil er "keine spätstalinistischen Dogmen predigt, sondern für alle Menschen da ist", schrieb Walter Pohl am Dienstag. Wohnbaustadtrat Kaltenegger mag sich Kommunist schimpfen, aber alles, was er so von sich gibt, das klingt - fand auch Peter Gnam - "nicht unbedingt nach Kommunismus, das könnte auch von anderen Parteien kommen". Außerdem: "Kaltenegger wird in Graz Engel der Mieter genannt, weil er sich täglich darum kümmert, dass die Ärmsten ein ordentliches Dach über dem Kopf haben." Logischer Schluß: "Und kann einer, den sie ,Engel' nennen, Kommunist sein?"


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