Es war einmal der Mensch

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 05/03 vom 29.01.2003

FILM. In drastischen Splatter-Movies und psychologischen Dramen treibt das Kino des kanadischen Regisseurs David Cronenberg seine Protagonisten an die Grenzen ihrer Existenz - und darüber hinaus. Das Filmmuseum widmet Cronenberg eine umfassende Retrospektive. h

Alles ist erotisch", beschwört die junge Frau ihr Gegenüber - "sogar der Tod". Und fällt, einen ekligen Parasiten aus ihrer Kehle würgend, ihr fassungsloses Gegenüber an. Dieses behilft sich, ganz maskuline Gewalt, mit einem gezielten Faustschlag - ein kurzer Aufschub bloß, denn letztendlich wird auch er dem räuberischen Organismus anheimfallen.

  Die Sequenz stammt aus "Shivers" (zu deutsch: "Parasiten-Mörder", 1974), dem Langfilmdebüt des kanadischen Filmregisseurs David Cronenberg. Die so nüchtern wie verführerisch vorgetragene Behauptung der weiblichen Protagonistin findet ihr Double in mehreren Arbeiten Cronenbergs: In "Videodrome" (1982) ist es beispielsweise das rotstichige Videobild einer mysteriösen Untoten


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