CRONENBERGS "SPIDER": Splitter statt Splatter

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 05/03 vom 29.01.2003

Die Spinne taucht zwar bereits im Titel auf, aber dennoch ist von einer solchen in David Cronenbergs jüngstem Film die gesamten 98 Minuten lang nichts zu sehen. Keine Mensch-Tier-Metamorphosen wie in "The Fly", keine Schlatz- und Schleimexplosionen wie in "Videodrome" oder "Scanners". "Spider" ist kein weiterer Knoten im Strang der Arachnophobie-Filme, sondern einem stilleren, eher von der Deformation der Psyche als der des Körpers ausgehenden Horror verpflichtet. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des englischen Neo-Gothic-Autors Patrick McGrath (der, gemeinsam mit Cronenberg, auch das Drehbuch schrieb) und nimmt die Fäden auf, die den aus der Psychiatrie entlassenen und nun in einer schäbigen Pension im Londoner East End hausenden Mr. Cleg alias "Spider" (Ralph Fiennes) mit seiner traumatischen Kindheit verbinden.

  Ein Puzzle, das Spider in der Pension zusammenzusetzen versucht; eine von einem Anstaltsinsassen zertrümmerte Glasscheibe, die ebenfalls Splitter für Splitter


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