Joséphine Baker in der Disco

Kultur | aus FALTER 05/03 vom 29.01.2003

TANZ. Der Tänzer und Choreograph Mark Tompkins hat für das Tanzquartier die Reihe "Embody" kuratiert. In seiner Hommage an Joséphine Baker zeigt er, dass Ironie und Pathos ein schönes Paar sein können. KARIN CERNY

Der Mann hat so gar nichts Glamouröses an sich. Mark Tompkins ist ein hochgeschossener, hagerer Kerl, von dem man sich gut vorstellen kann, dass er in der Schule gehänselt wurde, weil er sich so schlaksig bewegt. Sein 1996 entstandenes Solo "Under my skin" ist eine Hommage an die amerikanische Revuetänzerin und Chansonsängerin Joséphine Baker, die Mitte der Zwanzigerjahre als "Mädchen mit dem Bananengürtel" auch in Europa berühmt wurde. Tompkins bedient in seiner 25-minütigen Performance zahlreiche Klischees - er trägt eine üppige Federboa, Sonnenbrillen, die jeder Filmdiva gut stehen würden, und sogar das Mikrofon ist perlenbehangen.

  Gleichzeitig sieht alles ziemlich schäbig und sogar etwas peinlich aus. Unter einem opulenten Umhang trägt Tompkins einen


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