Stadtrand: Euromania/Euromuffel

Stadtleben | aus FALTER 05/03 vom 29.01.2003

Seit über einem Jahr gibt es nun den Bargeld-Euro - und wie gut hat sich die Bevölkerung an die Einheitswährung gewöhnt? Na, supergut! So gut, dass die meisten immer noch jeden Preis in Schilling umrechnen. So super, dass viele entweder zu wenig (kommt peinlich) oder viel zu viel (wirkt angeberisch) Trinkgeld geben. Oder so, dass Cent in meinem Billa bereits liebevoll "Zenterln" genannt werden. Und den Verkäufern bei meinem Bäcker oft der Unterschied zwischen 1-Euro- und 2-Euro-Münzen nicht ganz klar zu sein scheint. Noch größere Verwirrung bricht aus, wenn jemand passendes Kleingeld parat hat. Und wenn ich beim Wiener-Linien-Schalter eine Wochenkarte kaufe und mit einem 50-Euro-Schein bezahle, gibt man mir auf 100 Euro heraus (ja, ich habe die 50 Euro zu viel brav zurückgegeben!). So gut können wir alle schon mit dem Euro umgehen! Sind Menschen, die berufsmäßig viel mit Geld zu tun haben, zu blöd oder zu schlitzohrig (je nachdem) für den Euro? Oder sind sie einfach nur extrem kurzsichtig? Bevor jedenfalls irgendwer uns vorwirft, wir seien "Euromuffel", kommen erst mal die Profis dran: Scheine und Münzen mit verbundenen Augen an der Form und am Geschmack erkennen. Und dann zu "Wetten, dass ...?". Obwohl: letzteres muss ja gar nicht sein. C. W.


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