Alle Räder stehen still

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Vor einem Krieg? In Österreich herrscht meistens Waffenstillstand. Oder mindestens Stillstand. 

Seltsame Stimmung dieser Tage. Krieg liegt in der Luft, im ORF stimmt man uns mit feinen Reportagen aus dem Arsenal des US-Propagandaministeriums aufs scheinbar Unvermeidliche ein. Leitartikler krempeln die Ärmel auf, Politiker bringen sich in Stellung, Berichterstatter putzen ihre Ausrüstung. Immerhin werden Bemühungen sichtbar, die plumpen Freund-Feind-Positionen etwas zu differenzieren, wenn man auch sagen muss, so martialisch wie manche österreichischen Glossisten argumentiert nicht einmal das Pentagon. Wer bei denen ein Wort gegen den Krieg sagt, steht schon auf Saddams Payroll. Andererseits wirkt auch die Blut-für-Öl-Rhetorik blass, weil sie zwar Wahres enthält, aber doch zu kurz greift.

Aber das wird ja an einigen Stellen im Blatt ausgebreitet, sodass ich mir meinen differenzierten Pro-Amerikanismus für schlechtere Zeiten aufheben und mich dem Inland


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