Kriegsdiplomatie

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

AUSLAND. Gleich, ob Befreiung oder Willkür - ein Irakkrieg treibt die Militarisierung der amerikanischen Außenpolitik voran. 

Wenn der amerikanische Außenminister Colin Powell diese Woche medienwirksam vor den UNO-Sicherheitsrat tritt, um jene "Beweise" für irakische Massenvernichtungsmittel vorzustellen, die der Präsident angekündigt hat, dann hält er sich an ein berühmtes historisches Vorbild. Auf dem Höhepunkt der Kubakrise 1962, als die Welt am Rande eines Atomkrieges stand, präsentierte John F. Kennedys UNO-Botschafter Adlai Stevenson in einer dramatischen Geste die entscheidenden Bilder von den sowjetischen Raketenbasen, mit denen die Krise ihren Anfang genommen hatte. Sein sowjetischer Gegenspieler Valerian Zorin war blamiert, hatte er doch noch unmittelbar zuvor die Existenz dieser Raketen bestritten.

  Die U2-Spionageflugzeuge, von denen die Bilder Colin Powells stammen werden, sind vom gleichen Typ wie jene des Jahres 1962, und die USA erhoffen sich einen ähnlichen


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