WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

Eher erbarmungslos

Der Spielraum der griechischen Mythengestalten Phädra, Theseus und Hippolyt ist eine Betonstraße, die vom antiken Palast in die Gegenwart führt, wo Schulsessel den Weg ins Jenseits kaum behindern.

Der Standard über eine "Phädra"-Inszenierung in Paris, die nicht nur bühnenbildtechnisch Erstaunliches zu bieten hat:

Patrice Chéreaus Inszenierung der klassischen Tragödie von Jean Racine liefert uns die Schauspieler mit Haut, Haar, Tränen, Schweiß, Speichel und Intimschwächen eher erbarmungslos aus.

Wie darf man sich das vorstellen?

Auch die perfekte Lichtregie mit Lichtkegeln, Verfolgern, Spotlights, die die Figuren im leeren Raum isolieren oder vereinen, wenn sie, dramaturgisch subtil, einen Lichtkegel teilen, aber gleichzeitig unerbittlich ihre Körperabsonderungen ausleuchten, findet man wie gehabt.

Klingt wirklich eher erbarmungslos.

Treibhauseffekt

Ziel der DJs ist es, dem Publikum musikalisch so einzuheizen, dass die Körper zu glühen beginnen, folglich schmilzt der Schnee und die Bäume blühen.

Einladung zum Festival "E-Frost" im steirischen Feldbach.

Laune der Natur

Der Herausgeber dieses Blattes hat etwas Ziehendes. Seit er von Zwillingstöchtern entbunden wurde, auch etwas Saugendes.

profil-Autor Helmut A. Gansterer über profil-Chef Christian Rainer.

John der Woche

Dilettantum merde! Bevölkert mit Personalunionen aus Kostüm und Schinken. Kitsch in Zeiten des Krieges: Hoffen und Schmalz, Gott erhalt's. Aber lasst um Himmels Willen kostbare Schauspieler wie die Blanchett unverheizt aus derlei draußen.

Rudolf John über "Die Liebe der Charlotte Gray".


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