SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

Schwer aushaltbar sind Schwabs Texte allemal", haben Kritiker bei der Uraufführung von Werner Schwabs "Übergewicht, unwichtig: Unform" im Jahr 1991 gestöhnt. Zwölf Jahre später sieht bei einem Gastspiel im Ensemble Theater alles ganz anders aus: Das bitterböse Fäkaliendrama ist von Peter Gruber ziemlich witzig und durchaus unterhaltsam inszeniert worden; die mehrfach ausgezeichnete Produktion der Grazer Universität für darstellende Kunst setzt auf die absurden Aspekte des Stückes. Die Bühne ist eine trashige Wirtsstube mit karierten Tischtüchern, aus dem Wurlitzer dröhnt Abba, und die Schauspieler tragen schlecht sitzende Siebzigerjahre-Klamotten. Da kommt leicht gute Laune auf. Allerdings bleiben einige Fragen offen: Wieso soll man sich eigentlich bei einem Stück amüsieren, das Säufer, Schläger, Pädophile und andere Verzweifelte in einem versifften Absturzbeisl versammelt? Und wieso sollte man es locker nehmen, wenn das kollektive Besäufnis in einer kannibalistischen


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