Horváth, schau owe

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

THEATER. Alltagsgeschichten aus dem Wienerwald: "Transdanubia-Dreaming" von Bernhard Studlar im Akademietheater. 

Nicht nur der berühmte Dramatiker Ödön von Horváth ist von einem herabfallenden Ast erschlagen worden. In der Zeitung hat der Wirt eines Gasthauses im Wienerwald eine ganz ähnliche Meldung entdeckt: "Der Wiener Installateur Ferdinand R. befand sich auf dem Heimweg von seiner Freundin, als er vom herabfallenden Ast einer Kastanie getroffen wurde." Stammgast Manfred dazu: "Na, wenigstens hat er a Freundin ghabt."

  "Transdanubia-Dreaming" ist ein gutes Stück. Es hat einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss; es gibt prägnante Charaktere, dramatische Situationen und trockene Pointen. "Transdanubia-Dreaming" ist ein schlechtes Stück. Der Text kann sich zwischen Kunstsprache und Dialekt nicht entscheiden; die Figuren sind so typisch wie in Elizabeth T. Spiras "Alltagsgeschichten", die Handlung ist dünn und politisch korrekt wie im "Kaisermühlen-Blues". Message: Der Wiener


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