Musikalische Belagerung

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

MUSIK. Das Concerto Köln rüstet auf: Mit martialischer und perkussionsintensiver "Türckenmusik" macht das Alte-Musik-Ensemble mächtig Eindruck. 

Kaffee und Kipferl, Haschisch und Halbmond: Das Erbe der Türken in Wien gehört nicht gerade zu den unangenehmsten Klischees dieser Stadt. Und noch eine andere, ebenfalls sehr erfreuliche Hinterlassenschaft hat die Konfrontation der Kulturen bei der osmanischen Belagerung Wiens 1683 mit sich gebracht: die "Türckenmusik".

  Der gewaltige Eindruck, den die osmanischen Truppen seinerzeit auf die Wiener gemacht hatten, verdankte sich nicht nur ihrer militärischen Stärke und der martialischen Exotik ihrer Uniformen, sondern zu einem guten Teil auch dem hocheffizienten Einsatz psychologischer Kriegsführung: Wie kein anderes Heer dieser Zeit legte die osmanische Armee Wert auf professionelles Schlachtengeheul - und stellte zu diesem Zweck ihrer Elitetruppe, den Janitscharen, eigene Einheiten mit Musikern zur Seite. Die veranstalteten mit Dutzenden

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