Der Fisch im Vogelkäfig

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

HUMOR. Genau 55 Jahre nach dessen Tod liegt nun das gesamte Tonschaffen des Münchner Komikergenies Karl Valentin auf CD vor. 

Es hat eigentlich wenig Sinn, auf dem Gebiet der Karl-Valentin-Exegese noch punkten zu wollen. Die größten Pfiffikusse ihrer Zeit - von Walter Benjamin, Bert Brecht und Kurt Tucholsky abwärts - haben sich zu ihm geäußert und ihn über den grünen Klee gelobt. Valentin ist als Volkssänger und Dadaist, als Absurdist, Polit-Kabarettist und Sprachartist gefeiert worden, und wenn nun Christoph Schlingensief im Beibuch zu der "Gesamtausgabe Ton" (die sämtliche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen enthält, auf denen Valentin selbst zu hören ist) nun mit der Ansage "Karl Valentin ist für mich einer der Größten!" daherkommt, ist das an sich keine besonders starke Ansage. Interessant wird es dort, wo Schlingensief das gegenwärtige Humorterrain neu zu ordnen trachtet, indem er Valentin als Vorgänger Helge Schneiders sieht und als Kontrastfigur zu Stefan Raab


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