Wer war Robert Johnston?

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO und CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 06/03 vom 05.02.2003

ERINNERUNGSKULTUR. 1945 kam Robert Johnston als Soldat nach Wien, vor einem Jahr ist er hier gestorben. Der Amerikaner hinterließ Tausende Platten, Bücher, Briefe, Fotos und Aufzeichnungen: Die "Sammlung Robert Johnston" ist nun öffentlich zu sehen. Aber wer war der unbekannte Soldat? 

Dear Sgt. Johnston", beginnen ehrfürchtig viele Postkarten. "Best wishes, Robert", heißt es lapidar, als immer wiederkehrende Grußformel, auf den unzähligen Karten, die der Angeschriebene an sich selbst geschickt hat. An "Robert Johnston, A-1060 Wien, Sonnenuhrgasse 6" ist die Postkarte vom 2. Mai 1974 adressiert. Sgt. Johnston teilt sich darauf selbst in aller Kürze mit, dass er von Weimar aufbricht, "Leaving for Kassel, Bob". Jahrzehntelang hat Johnston das kuriose Gespräch mit sich selbst via Postkarte geführt, dazwischen liegt ein ganzes Leben: Liebe, Lust, Leidenschaft und wohl auch viel Langeweile.

  Robert Johnston, 1916 in Norwich, Connecticut geboren, im Jänner 2002 in Wien gestorben,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige