VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

... berichtete Toni Schneeweiß vom zweiten Bundeskongress der Alternativen Liste Österreich in Linz.

Der erste Tag des Kongresses war gekennzeichnet von der Auseinandersetzung innerhalb der Wiener AL. Akut wurden die Probleme der Wiener Gruppen dadurch, dass in diesem Bundesland beschlossen wurde, die Gemeinderatswahl mit der Nationalratswahl zusammenzulegen. Konnten die Gruppen bisher autonom nebeneinander arbeiten, änderte der neue Wahltermin die Situation. Montag-Leute begannen sich für die Nationalratswahlen zu interessieren, Donnerstag-Leute sahen ihre Arbeit durch den "politischen Stil" der Montag-Leute gefährdet usw., usf.

  Die Diskussion verlief konstruktiv, bis Erich Kitzmüller aus der Steiermark für den ersten Wirbel sorgte, als er auf ein Plakat hinwies, das den Spitzenkandidat der Montag-Gruppe in Frauenkleidern zeigt, und der dieser Gruppe unterstellte, der Rest "roter Sekten" zu sein. Donnernder Applaus für Kitzmüller. Die ALÖ als dem linken Eck nahestehend zu bezeichnen, dürfte in Zukunft schwer fallen. Trotz dieser Unterstützung verfehlte die Donnerstagsgruppe die notwendige Zweidrittelmehrheit. Überflüssig zu erwähnen, dass es die Montagsgruppe ebenfalls nicht schaffte. Ein Kompromiss zeichnete sich am Ende des zweiten Tages ab: Je fünf Delegierte der beiden Gruppen verhandeln über eine Einigung. Termin: Mitte Februar.

  Aber, so wird von allen Seiten versichert, es gehe nicht so sehr um den Einzug in den Nationalrat, sondern um die Durchsetzung von Ideen. Die Ideen auf den Gebieten Ökonomie, Ökologie und Frieden wurden in ein Programm gefasst und einstimmig beschlossen. Radikal muten die Forderungen nach Maximaleinkommen an, die Erhöhung des Mindesteinkommens auf öS 6000,- und die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich bis zu einem bestimmten Einkommen.


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