Kommentar: Das Depot ist tot, es lebe das Depot!

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

Neun Jahre, 814 Veranstaltungen und 2033 Vortragende später ist es so weit: Das 1994 von der Kunsthistorikerin Stella Rollig gegründete Veranstaltungszentrum Depot schließt seine Pforten. Anfänglich signalisierte die schlichte Einrichtung des kleinen Raumes in einem Seitentrakt des MQ: Hier geht es sachlich zu. Die Sachen entsprachen den Denkmoden der Zeit. Die neue amerikanische Kunstgeschichte etwa, die im Gegensatz zur österreichischen den Kontakt zur Gegenwart hielt. Oder Vorträge von Protagonisten der Cultural Studies, die ebenfalls ein gesellschaftsbezogenes, angloamerikanisches Kulturverständnis vermittelten. Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern, Seminare über Filmtheorie fanden statt.

Vortrag, Bibliothek, Gespräch und Seminar statt Glamour, Party und Aura: Das Depot stand für einen spröden Umgang mit Kunst, für einen politischen Kulturbegriff. 1997 wurde in einen 300 Quadratmeter großen Raum übersiedelt, in dem Bibliothek, Büros, Vortragsraum und Barbetrieb


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