Roll Over Stockhausen

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

NEUE MUSIK. Schafft es die musikalische Moderne endlich, sich auch im klassischen Konzertsaal zu etablieren? Allround-Interpreten wie der Pianist Pierre-Laurent Aimard und der Dirigent Ingo Metzmacher, die dieser Tage beide in Wien gastieren, lassen darauf hoffen. 

Es wird gemurrt und getuschelt, in Handtaschen genestelt, mit den Füßen gescharrt und vor allen Dingen ausgiebig und lustvoll gehustet. Die Abonnenten der Wiener Symphoniker sind schlagartig nervös geworden. Soeben hat Gastdirigent Ingo Metzmacher sein Zykluskonzert mit György Kurtágs "Messages for Orchestra" begonnen - sechs kurze, zwischen 1991 und 1996 in der kargen Klangsprache des ungarischen Komponisten verfasste "Botschaften" an Freunde und Bekannte, die trotz ihrer hohen Abstraktion ein Gefühl der Intimität und schonungslosen Offenheit evozieren. Ein bisschen Konzentration beim Zuhören vorausgesetzt.

  Nach fünfzehn Minuten ist es vorbei. Metzmacher ist eine eindringliche Interpretation gelungen, die fünfzig,

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