Götter in Pension

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

ERWACHSENENPOP. Nick Cave entdeckt die Schönheit des Lebens, Lou Reed schickt seiner Poe-Lektüre ein Konzeptalbum hinterher . 

Nick Cave ist Gott", die aktuelle Platte sei "ein Meilenstein" in der Karriere "des großen Überlebenden des Rock": Das und Ähnliches kann man zurzeit in so unterschiedlichen Medien wie der Illustrierten Prinz, dem Standard und dem Werbeblatt Wom-Journal lesen. Ähnlich heftig - wenn auch gespalten - sind die Reaktionen auf Lou Reeds neue CD: Der Musiker - dessen Vergangenheit mit der Band Velvet Underground als übermächtiger Schatten auf seiner Solokarriere lastet - habe "das schlechteste Album seiner Karriere" veröffentlicht, konstatiert der Standard. Die Zeit hingegen hörte "ein mehrstimmiges Meisterstück".

  Es ist immer wieder erstaunlich, in welche Superlativhymnen sich Musikjournalisten (Fans natürlich genauso) auch noch anlässlich der x-ten Veröffentlichung kanonisierter Rock 'n' Roll-Helden steigern können. Da macht sich schon im Vorfeld


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