Abstürzende Entertainer

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

THEATER. Karin Beier inszeniert den bissigen Fünfzigerjahre-Klassiker "Der Entertainer" am Burgtheater als zahnlosen Altherrenwitz. 

Der erste Auftritt des Entertainers hat den räudigen Charme eines B-Movie und könnte aus einem Tarantino-Film stammen: Karlheinz Hackl ist Archie Rice, der Entertainer. Mit fettig glänzendem Haar steht er an der Bühnenrampe; er trägt einen Anzug, der eine Spur zu groß ist, und röhrt inferiore Schmähs ins Mikrofon - ein drittklassiger Komiker mit rauchiger Stimme und fahrigen Gesten. Der letzte Auftritt des Entertainers wird dann doch wieder großes Theater sein: Allein auf leerer Bühne legt Hackl die beste Geschichte des Abends als Schauspielerkunststück hin. Dazwischen liegt ein dreistündiges Missverständnis: Was hat ein herrlich absturzgefährdeter Entertainer und Stinkstiefel, wie Hackl ihn spielt, in dieser lärmend-lähmenden Inszenierung verloren? Wie kommt John Osbornes bissiger Klassiker "Der Entertainer" dazu, dass er in der Regie von


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